Energie heraus bremsen
Das Herein-Ziehen von Masse gegen ihre Fliehkraft erfordert Krafteinsatz. Kraft kostet es auch beispielsweise, eine Spule durch ein Magnetfeld zu ziehen und damit elektrischen Strom zu erzeugen. Zweckdienlich wäre nun, den Kraftaufwand der einen Maschine durch Gegenkraft der anderen aufzubringen.
Diese Gesichtspunkte sind umfangreich dargestellt im Kapitel Centripetalpowerspider, dessen Bewegungsablauf folgende Animation zeigt und dessen Bauprinzip im Bild rechts schematisch dargestellt ist.
An einem Hebelsystem wird wirksame Masse (grün) drehend um die Systemachse geführt. Nach Anfahren des Systems wird dieser Hebel (grau) phasenweise verzögert. Die Masse wird damit nach innen gezogen (hier jeweils nach einer halben Umdrehung).
Damit das Drehmoment insgesamt konstant bleibt, wird eine zweite Masse (blau) zugleich im Drehsinn nach vorn geführt, auf konstantem Radius, mittels eines in sich verschieblichen Hebelsystems (hellblau und hellgrün).
Nutzbar bleibt dabei die für das Herein-Ziehen und das Vorwärts-Beschleunigen aufzuwendende Kraft. Die pulsierende Verzögerung der Hebel (grau) kann z.B. durch obigen (nur phasenweise arbeitenden) Generator bewirkt werden.
Wenn Masse auf konstantem Radius drehend geführt wird, leistet eine starre Speiche permanente Arbeit, indem die Masse in radiale Richtung beschleunigt wird. Diese Arbeit ist insofern wertlos, als sie keinen verwertbaren Weg aufweist (außer der Differenz von linearer zu kreisförmiger Bewegung).
Wenn Masse pulsierend auf veränderlichen Radien geführt wird, ergeben sich verwertbare Wege. Anstatt nur statischer Materialspannung wird damit ein dynamischer Prozess organisiert. Die phasenweise anfallende Arbeit wird als zeitweilige Verzögerung verwendet, analog z.B. zur Rückspeisung von Strom bei Bremsen von Zügen. Keine Arbeit kostet die Wiederherstellung der Ausgangsbasis (die in diesem Beispiel korrekt aber nur erreicht wird mittels vorigen zwei Teil-Massen).
Perpetuum Mobile Dritter Art
Die Störung des stabilen Zustands kostet Arbeit. Durch geschickte Organisation kann diese mittels Gegenkraft eines angekoppelten zweiten Systems erbracht werden (hier z.B. eines Generators). Indem dort eine zweckdienliche Zustandsänderung organisiert wird, ergibt sich die nutzbare Komponente Freier Energie.
Anstelle von Fliehkraft als Regeneration-Kraft müsste prinzipiell auch Gravitations-Kraft nutzbar sein, indem der dortige stabile Zustand der niedrigsten Lage ´gestört´ wird (Anwendungen dazu sind in späteren Kapiteln dargestellt).
In diesem Sinne bietet die Natur vielerlei stabile Zustände, aus deren zeitweiliger Störung zweckdienlicher Nutzen zu ziehen ist. Das gilt für reine Mechanik (wo aber die Abstimmung nicht einfach ist), für Fluide (z.B. hinsichtlich Temperatur und Dichte), aber auch in anderen Bereichen. Meine Anregung war, nach Anwendungen zu suchen entsprechend obigem Prinzip eines PM Dritter Art.
Perpetuum Mobile Vierter Art
Beispiele dieses Perpetuum Mobile Vierter Art sind der Auftrieb (siehe obige Animation) bzw. die Wirkung des Sogs allgemein (siehe vorige Kapitel zur Fluid-Technologie).
In jedem Fall ist der Nutzen höher also der zur Störung erforderliche Kraftaufwand. Oftmals ist gar kein Kraftaufwand zur Störung erforderlich, kann Ungleichgewichtszustand allein durch passive Maßnahme organisiert werden. Meist ist nur ein ´Weg-nehmen´ geringer Anteile erforderlich zur Erzielung des Effekts, z.B. bei Vakuumpumpen oder zur Erzeugung starker (zentrifugaler) Strömung (siehe dazu z.B. den ´Wind-Hamster´ von Jürgen Schatz, beschrieben in Kapitel Kongress in Bensheim).
Ich glaubte mit diesem ´Natur-Nutzungs-Gesetz´ in abstraktester Form einen Weg aufzuzeigen, um Mehr-Nutzen in vielen Anwendungen erzielen zu können. Man müsste dazu nur die naturgegebenen stabilen Zustände im jeweiligen Fachgebiet suchen und zweckdienliche Formen zu ihrer Störung finden. Leider wurde dieser Ansatz noch kaum aufgegriffen. Obwohl ich mich bislang noch kaum mit Elektromagnetismus beschäftigt hatte, wollte ich ein weiteres Anwendungsbeispiel aufzeigen.
Elektronik und Elektrostatik
Die Effekte und Kräfte und Daten sowie diverse Geräte für unterschiedlichste Zwecke sind durchaus bekannt. In der Regel wird dabei mit Kondensatoren positiver und negativer Ladung gearbeitet. Im Kapitel Elektrostatik-Stromgenerator habe ich meine Version beschrieben, die nur mit negativer Ladung arbeitet. Dort sind auch meine (derzeitigen) Vorstellungen zum Wesen der Ladung und elektrischen Flusses angesprochen.
Im Kapitel Elektrostatische Feld-Generatoren ist ein Artikel des fachkundigen Adolf Schneider enthalten und dort werden Unterschiede zu anderen Konzeptionen aufgezeigt. In Kapitel Elektro-Dynamo ist das Konstruktionsprinzip nochmals dargestellt. Leider gibt es noch kein lauffähiges Modell meines Vorschlags - es sei denn, Tilley arbeitet bereits mit diesem Prinzip.
Mit diesen ´Natur-Nutzungs-Gesetzen´ in Form obiger ´Perpetuum Mobile Dritter und Vierter Art´ habe ich Wege aufgezeigt für ein zielorientiertes Aufsuchen und ´Erfinden´ von Maschinen zur Nutzung Freier Energien. Dies wird im Bereich reiner Mechanik recht schwierig zu realisieren sein, hätte aber den Vorteil von absolut sauberer Energie-Versorgung. Im Bereich der Fluid-Technologie ist diese Nutzung gängige Praxis, aber dieses Prinzip könnte dort noch viel konsequenter angewandt werden.
Ganz abgesehen von diesen technischen Aspekten spielt das ´Spiel mit Ungleichgewichten´ wesentliche Rolle bei allen Prozessen der belebten Natur. Deren Grundprinzip dürfte sein, mit geringem Aufwand eine lokale und zeitweise ´Störung´ zu erreichen, um größeren Nutzen hinsichtlich eines bestimmten Zwecks zu erreichen durch deren Ausgleichs-Prozesse. Klar zumindest dürfte sein, dass alles Lebendige eben nicht den ´Wärmetod´ der Thermodynamik stirbt, sondern aus gegebenen Kräften immer komplexere Strukturen organisiert - sich immer fortbewegende, ganz reale Perpetuum Mobile.
Evert / 19.02.2004
Bei einigen Experimenten von Felix Würth und Georg Künstler wurden Massen auf Rotor-Systemen von großem auf kleineren Radius herein gezogen und es zeigte sich, dass damit keinesfalls die Drehung des Systems insgesamt verringert wurde. Das ist insofern logisch, als an rotierenden Systemen generell Konstanz des Drehmoments gegeben ist.
Danach kann das System wieder in den Ausgangszustand zurück schwingen, wobei die grüne Masse nicht nur nach außen fällt, sondern auswärts-vorwärts geschleudert wird auf ihre vorige Position. Die erforderliche Kraft resultiert daraus, dass zugleich die blaue Masse wieder zurück fällt auf ihre ursprüngliche Winkelgeschwindigkeit.
Basierend auf obigen experimentellen Ergebnissen und diesen Überlegungen habe ich in möglichst abstrakter Form die generelle Möglichkeit zur Gewinnung von Nutzen formuliert und als Perpetuum Mobile der Dritten Art beschrieben.
Ausgangsbasis ist der Fakt, dass die Natur stabile Zustände anstrebt, bei Rotorsystemen z.B. die Masse an möglichst großem Radius zu drehen. Wird dieser Zustand gestört, ergibt sich ein labiler Status (hier die Masse an kleinerem Radius). Bei erster Gelegenheit wird die Natur den stabilen Status wieder herstellen (hier per Fliehkraft die Masse nach außen führen). Dieses Re-Generations-Potential bzw. diese konkrete Arbeit stellt die wirkliche ´Freie Energie´ dar.
Die beiden Komponenten eines Re-Generators und eines Nutzen-Generators sind beispielsweise auch bei einer Wärmepumpe gegeben. Es wird dort lokal ein ´labiler Status´ aufgebaut in Form einer Temperaturdifferenz, der aber permanent durch Umweltwärme ausgeglichen wird.
Bei meiner Suche nach Anwendungen habe ich erkannt, dass obige Trennung in zwei Systemteile (des Re-Generators und Nutzen-Generators) nicht unbedingt erforderlich ist. Es gibt Anwendungen, bei welchen zur Gleichgewichts-Störung kaum oder gar keine Kraft aufzuwenden ist (also auch keine auszukoppeln ist). Dann kann die Regenerationsphase direkt oder mittelbar den Nutzen erbringen.
Ein stabiler Zustand in Luft ist Gleichverteilung des (atmosphärischen) Drucks. Wann immer ein Strömung entlang einer zurückweichenden Fläche oder wann immer eine gekrümmte Fläche durch Fluid geführt wird, ergibt sich der labile Zustand ungleicher Druckverteilung. Entweder kann dieses Druckpotential direkt genutzt werden oder mittelbar die druck-ausgleichende Strömung.
Bei den Erscheinungen der Elektrizität gibt es viele stabile Zustände. Bei der Erscheinung der Elektrostatik ist dies z.B. die Gleichverteilung von Ladung auf einer Oberfläche. Die Kapazität eines Kondensators ist jedoch variabel, z.B. in Abhängigkeit vom Vorhandensein eines Dielektrikums an der Oberfläche.
Wenn nun über geladenen Platten ein (leicht zu bewegendes) Dielektrikum hinweg geführt wird, kann Ladung zwischen diesen verschoben werden. Der entsprechende Stromfluss kann als elektrische Energie genutzt werden, z.B. um Batterien zu laden.
Im Bereich des Elektromagnetismus dagegen werden die Effekte lokaler und zeitlicher Ungleichgewichte in unzähligen Anwendungen genutzt, wohl aber noch kaum zur Nutzung Freier Energie zur Stromversorgung. Gerade dort dürfte die Anwendung voriger Prinzipien großen Nutzen bringen.
Best@Evert
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