Alfred Evert
Flop des Centrifugal-Power-Spider
Erfolg mit Würth-Schwung-System

Kongress in Zürich 15./17.09.2000
Auf dem dreitägigen Kongress in Zürich (siehe Externe Links, INET) waren jeweils mehr als 150 Teilnehmer versammelt. Es gab äußerst interessante Vorträge zu vielfältigen Themen, deren Inhalte sind im NET-Journal und in einem Kongress-Band dargestellt. Ich habe dort über meine Arbeiten zu den Kornkreis-Maschinen berichtet und über den Centrifugal-Power-Spider, außerdem konnte ich ein einfaches Versuchsmodell von Felix Würth vorstellen.

Spider-Modell
Freund hatten eine Version des Centrifugal-Power-Spiders gebaut und mitgebracht. Aber diese Maschine brachte keine Overunity. Das war abzusehen, weil diese Maschine vollkommen entsprechend dem von Physikern in die Welt gesetzten ´Phänomen´ des Kugelversuches konzipiert war. Nachdem sich dieses Phänomen als Bluff erwiesen hatte, konnte auch diese Maschine nicht funktionieren.

In dieser Konzeption wurde Masse an einem radialen Stab entlang nach außen geschleudert (analog zum bekannten Versuch einer Glasperle, die an einem Stab nach außen beschleunigt wird). Bei diesem einarmigen ´Pendel´ ergibt sich aber nicht der Schleuder-Effekt wie bei einem zweiarmigen Pendel (wie in den anderen Konzeptionen auf unterschiedlichste Art eingesetzt). Zum andern wird dort eine runde, exzentrische Wandung eingesetzt, die aber bei der dort praktizierten konstanten Drehung keinen optimalen Bahnverlauf der Masse ergibt.

Insofern ist diese Konzeption des Centrifugal-Power-Spiders ein totaler Flop. Es ist schade um die Zeit, welche die Freunde vom Verein für Implosionsforschung zum Bau dieses ansonsten perfekten Modells aufgewandt haben. Das einzig Positive dieses Modells ist, daß damit ein nahezu verlustfrei arbeitendes, rein mechanisches Automatikgetriebe gegeben ist.

Die Konzepte der anderen Kornkreis-Maschinen sind davon nicht tangiert, weil sie auf dem mehrgliedrigen Schleuder-Effekt basieren und vielfältige Beschleunigung/Verzögerung enthalten. Die Teilnehmer des Kongresses zeigten sich sehr interessiert an meinen Darstellungen zu diesen Maschinen. Es blieb aber offen, wer welches Modell in nächster Zeit bauen wird und wie sich dann die Behauptungen bestätigen werden.

Würth-Versuchsmodell
Felix Würth war es in 1999 gelungen, mit einem simplen Modell Overunity zu demonstrieren. Das war für mich eine Sternstunde, weil erstmals ein von mir behaupteter Effekt damit bewiesen wurde: der des Exzenternoppengetriebes. Felix Würth schenkte mir dieses erste, einfach zusammen geschraubte Versuchsmodell und erlaubte mir, diese Maschine in Zürich vorzuführen.

Ein Rotorträger (rote Scheibe) wird einmalig in Drehung versetzt (durch den Hebel unten links). Die Rotoren (die beiden äußeren Zahnräder) beginnen damit ebenfalls zu drehen aufgrund des Zahneingriffs mit dem mittigen (zunächst feststehenden) Zahnrad. Die Rotoren tragen exzentrische Gewichte (je eine Messingscheiben, nach hinten gerichtet wegen eines zusätzlichen ´Bumerang-Effekts´), welche sich auf Apfelbahnen bewegen (s.u.). Auf den symmetrischen Bahnen sind alle Kräfte in Summe ausgeglichen.

Wenn nun aber das mittige Steuerzahnrad (mit dem schwarzen Hebel oben) zur rechten Zeit vor und/oder zurück bewegt wird, lassen sich die Rotoren auf enorme Drehzahl ´hoch-schaukeln´. Die Bewegung darf nur wenige Millimeter lang sein und erfordert in Summe null Kraftaufwand. Bei der Vorführung in Zürich brachten das etwa fünfzig Leute so gut zustande, daß jeweils nach wenigen Sekunden die Masse beängstigend schnell drehte und die Versuche abgebrochen werden mußten.

Symmetrische Bahn mit unterschiedlichsten Phasen
In EVGRS 03 ist schematisch der Bewegungsablauf eines Rotorsystems dargestellt. Ein Rotor (RO, in Form eines Zahnrads) wird um die Systemachse (SA) geführt (gelagert in einem Rotorträger, hier nicht dargestellt) und rollt dabei auf einem feststehenden Zahnrad (FZ) ab. Ein Massepunkt (MP) auf dem Rotor außen wird hier beobachtet, wozu dessen Radius nach jeweils 10 Grad Drehung eingezeichnet ist. Die Masse bewegt sich auf einer apfelförmigen Bahn. Alle Kräfte gleichen sich dabei aus, wenngleich die Kraftwirkungen höchst unterschiedlich sind.

Wenn z.B. die Masse unten rechts nach außen geschleudert wird, ´schraubt´ sich der Rotor aufgrund der Fliehkraft vorwärts. Diese Schleuder-Effekt reicht bis außen rechts, die hohe Trägheit dort ´trägt´ aber die Masse noch selbsttätig bis oben rechts. Wie eine Peitsche will nun aber die Masse der weiteren Beschleunigung nicht mehr folgen. Es erfordert Kraftaufwand, die Masse über ihre äußere (hier oberste) Position zu bringen.

Erst wenn die Masse dann weiter vorlich zur Rotorachse kommt (oben links), zieht die Trägheit den Rotor wieder nach vorn, indem die Masse einwärts geschleudert wird. Unten links jedoch versucht die Masse den Rotor gegenläufig zu drehen. Weil die Masse außen bleiben will, kostet unten links das letztliche Herein-Drücken auf die innere Position einigen Kraftaufwand. Es gibt also höchst unterschiedliche Phasen mit positiven und negativen Momenten hinsichtlich der Systemdrehung.

Asymmetrische Bahn mit overunity
Wenn die positiven Momente verstärkt und die negativen reduziert werden (im Drehsinn des Systems) ist over-unit machbar. Durch die Hebelbewegungen an obigem Modell wird das erreicht. Diese manuelle Steuerung kann durch Geschick, Gespür und Gehör in einem gewissen Drehzahlbereich gut gefahren werden. Die technische Umsetzung der Steuererfordernisse ist dagegen schwierig (bei begrenzten Mitteln). Während der Rotorträger um die Systemachse konstant dreht (als nutzbarer Abtrieb), muß die Drehung des Rotors um seine Achse unterschiedlich schnell sein (plus/minus etwa ein Drittel), im Prinzip wie in Bild EVGRS 04 dargestellt.

Beim Hinaus-Schleudern unten rechts muß der Masse Zeit gegeben werden, auf eine auswärts gerichtete Bahn zu kommen. Danach kann kurz Kraft zur Beschleunigung eingebracht werden, damit anschließend die Masse mit hoher Geschwindigkeit nach außen oben fliegt. Oben rechts muß aber wieder verzögert werden, muß so lang gewartet werden, bis die Masse mit der gegebenen Trägheit in vorliche Stellung zur Rotorachse kommt (oben links). Ab hier zieht die Trägheit den Rotor nach vorn und durch angepaßte Drehgeschwindigkeit ist möglichst lang ein günstiger Hebel zum Abbau der Trägheit zu erreichen. Dann aber ist die Rotordrehung rasch zu beschleunigen, damit der Rest an Trägheit das letztliche Herein-Schleudern erlaubt.

Diese Bahn zeigt also im Vergleich zur Apfelbahn einige flachere, aber auch wesentlich schärfer gekrümmte Abschnitte. Sie ist zu erreichen durch Steuerbewegungen am mittigen Zahnrad. Das mittige Zahnrad könnte aber auch vollkommen feststehend sein, wenn ungleichförmige Zahnräder (also entsprechend verbesserte ´Exzenter-Noppen-Zahnräder´) eingesetzt würden. Diese rein passive Steuerung würde keinerlei Kraftaufwand erfordern. Diese Technik ist allerdings sehr schwer nur zu realisieren. Daran arbeitet derzeit Felix Würth.

Ergebnis
Die simple Form des Centrifugal-Power-Spiders hat sich klar als zu simpel erwiesen. Andere Konzeptionen der Kornkreis-Maschinen sind komplexer aufgebaut, nutzen den Schleuder-Effekt. Dieser wird auch in den Würth-Schwungsystemen eingesetzt. Schon durch das sehr einfach gebaute Versuchsmodell kann eindrücklich gezeigt werden, wie die ansonsten gegebene Symmetrie aller Fliehkräfte durch geeignete Maßnahmen gebrochen werden kann und welch enormen Kräfte dann nach außen wirksam werden.

Die Zielsetzung zum Bau eines perpetuum mobile bleibt unverändert. Es könnte erreicht sein mit den Kornkreis-Maschinen, aber auch weiter entwickelten Würth-Rotorsystemen. Außerdem werden hier in Kürze weitere interessante Ansätze vorgestellt.

Evert / 25.10.2000

Nachtrag Rotor-Technik

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