Zielsetzung
Versuchsanordnung
Die Sichelform hat besondere Eigenschaften hinsichtlich der Überwindung kritischer Phasen im Bewegungsablauf, dargestellt z.B. bei der
Dreifach-Kurbel-Konzeption. Theoretische Überlegungen sollten darum zumindest einen vorderen (MV) und hinteren (MH) Massepunkt bedenken, was hier zunächst nicht ausgeführt wird.
In Bild EVGM 01 unten sind diese Bauelemente im Längsschnitt schematisch dargestellt. Der Zylinder ist fest verbunden mit einer Welle (um die Systemachse), welche den Abtrieb (AB) des Systems darstellt. Diese Welle ist im Gehäuse gelagert (hier nicht dargestellt). Der Antrieb (AN) des Systems erfolgt entsprechend, ebenfalls durch eine Welle auf der Systemachse, hier oben angeordnet.
Mit der Antriebswelle fest verbunden ist ein Rotorträger (RT), welcher außen einen Zapfen aufweist, welcher hier Rotorlager (RL) genannt wird. Diese drei Bauteile insgesamt stellen praktisch eine Kurbelwelle dar. Der Zapfen greift ein in eine Aussparung der Exzentersichel (ES), welche Exzenterlager (EL) genannt wird. Diese Aussparung ist länglich, sodaß der obige Zapfen (das Rotorlager RL) darin in radialer Richtung hin und her gleiten kann.
In EVGM 01 mittig ist diese Rotorwelle um die Systemachse eingezeichnet, der Rotorträger (RT) sowie der Zapfen des Rotorlagers (RL). In der Exzentersichel (ES) ist das längliche Exzenterlager (EL) ausgespart. Wenn diese Kurbelwelle sich dreht, wird die Exzentersichel innerhalb der exzentrischen Wandung gedreht. Das Rotorlager gleitet dabei im Exzenterlager von einer äußeren zu seiner inneren Position und zurück. Links ist mittels dünner Linien die Exzentersichel in der um 180 Grad gedrehten Position dargestellt.
Mittels dieser Kurbelwelle plus Gleitlager erfolgt also der Antrieb des Systems, wobei die Exzentersichel sich innerhalb der exzentrischen Wandung dreht. Es ergeben sich damit diverse Bewegungsabläufe und Kraftwirkungen, welche nachfolgend diskutiert werden. Dabei wird zunächst unterstellt, daß der Zylinder ruhend in seiner Position verharrt.
Feststehender Zylinder, gleichförmige Massebewegung
Der Antrieb erfolgt mittels des Rotorträgers, welcher sich um die Systemachse dreht (kleiner blauer Kreis). Die Positionen des Rotorträgers sind hier durch die blauen Linien angezeigt. Am äußeren Ende dieses Rotorträgers sind Rotor- und Exzenterlager gleitend im Eingriff (hier nicht dargestellt). Hier beispielsweise befindet sich der Massepunkt teilweise außerhalb wie innerhalb des Rotorlagers.
Wenn eine gleichförmige Drehung der Exzentersichel erreicht werden soll, so müßte sich der Rotorträger ungleichförmig um die Systemachse drehen. Wenn hier der Massepunkt sich jeweils 30 Grad je Zeiteinheit drehen soll, so müßte gleichzeitig der Rotorträger rechts nur etwa um 25 Grad, links dagegen um rund 37 Grad drehen.
Der Antrieb über das Rotorlager erfolgt hier nicht immer in tangentialer Richtung zum Masseschwerpunkt. Also werden in diesem Lager auch Drücke in radiale Richtung auftreten. Diese Kraftkomponenten sind oft entscheidender Faktor, wenn eine als perpetuum mobile konzipierte Maschine doch nicht läuft. Dennoch werden diese Scherkräfte zunächst ausgeklammert, weil sie durch andersartige Lagerung (siehe nachfolgende Artikel) auf die normalen Reibungsverluste reduziert werden bzw. diese Energie hier dem System nicht verloren gehen.
Gleichförmiger Antrieb
In EVGM 03 ist dies dargestellt, indem nun die Rotorlager (RL, blaue Punkte) nach jeweils 30 Grad Drehung je Zeiteinheit eingezeichnet sind. Entsprechend werden sich dann die Massepunkte mit unterschiedlicher Geschwindigkeit bewegen. Die roten Linien kennzeichnen die Position des jeweiligen Radius um die Exzenterachse. Nahe der Systemachse wird ein Massepunkt (links) z.B. nur eine Winkelgeschwindigkeit von etwa 25 Grad aufweisen, weit entfernt von der Systemachse (rechts) dagegen diese etwa 37 Grad je Zeiteinheit.
Es hängt von der Relation zwischen Exzentrität und Radien ab, welches Ausmaß diese relative Geschwindigkeitsdifferenz annimmt. Bei den Untersuchungen zum
Schleuder-Effekt wie bei der
Schwenkhebel-Maschine lagen die maximale Geschwindigkeit etwa ein Drittel über, die minimale etwa ein Viertel unter der durchschnittlichen Geschwindigkeit.
Der Energieaufwand für die Aufrechterhaltung dieser Drehbewegungen erfordert wie oben lediglich die Überwindung der Reibung. Im Unterschied zu oben zeigen nun die Trägheitskräfte aufgrund dieser ungleichförmigen Massebewegung wesentliche Wirkung nach außen.
Wirksame Trägheitskräfte
Die Masse bewegt sich um die Exzenterachse, welche Mittelpunkt der exzentrischen Wandung (EW) ist und diese wiederum Bestandteil des Zylinders (ZY). Bislang wurde unterstellt, daß der Zylinder feststehend sein soll. Diese Einschränkung wird nun aufgehoben. Die Exzenterachse (schwarzer kleiner Kreis) ist damit drehbar um die Systemachse (blauer kleiner Kreis), wie oben bei der prinzipiellen Versuchsanordnung ausgeführt.
Die Trägheitskräfte oben und unten kompensieren sich theoretisch. Allerdings sei darauf hingewiesen, daß ein Massepunkt unten die Trägheit einer geringeren Geschwindigkeit ´mitbringt´ und auf eine höhere beschleunigt wird. Der Massepunkt oben, genau gegenüber, bringt Trägheit aus einer höheren Geschwindigkeit mit und wird verzögert. Theoretisch streng genommen kann ein Massepunkt in keinem Moment eine bestimmte (konstante) Geschwindigkeit aufweisen, sondern nur ansteigende oder abfallende. Insofern können symmetrisch gegenüber sich befindliche Massepunkte keine symmetrische Trägheitskraft aufweisen. Aber die Differenz ist wohl marginal, wäre nur theoretisch eine detailierte Überlegung wert.
Mit-drehen
Es zeigt sich hier, daß diese Kraft stets weiter nach innen weist als die jeweilige Trägheitsrichtung. Das ist besonders wertvoll in der Phase der wesentlichen Beschleunigung. Der Rotorträger zieht während der Beschleunigung die Masse von der exzentrischen Wandung weg. Der Druck aufgrund von Trägheit gegen die exzentrische Wandung wird hiermit reduziert. (Die oben ausgeklammerte Scherkraft wirkt diesem entgegen, andrerseits kann reine Zugkraft erreicht werden, siehe Schwenkhebel-Maschine bzw. folgende Artikel).
Umgekehrt ist die Situation nach Erreichen der Maximalgeschwindigkeit. Die Masse ist dort wesentlich schneller als der Rotorträger, schiebt nun diesen über den Lagereingriff vor sich her. Dieser Schub ist entsprechend als schwarze Linien (oben) eingezeichnet. Hier öffnet sich nun die Schere erneut: neben der Kraftkomponente senkrecht zur jeweiligen Stellung des Rotorträgers verbleibt eine nach außen gerichtete Kraftkomponente. Besonders in der Phase der starken Verzögerung - von außen rechts nach oben - ergibt sich ein Druck auf die exzentrische Wandung.
Die im Drehsinn hintere Hälfte der exzentrischen Wandung (unten) ist also in Summe einem weit geringeren Druck ausgesetzt als die im Drehsinn vordere Hälfte (oben). Diese Druckdifferenz ergibt ein Drehmoment an der Exzenterachse und verstärkt deren Drehung um die Systemachse, also das Mitdrehen des Zylinders.
Dieses Drehmoment hier ergibt sich aus der eingesetzten Kraft zur Beschleunigung der Masse. Dieser Kraft wird jedoch durch die entsprechende Verzögerung der Masse wieder an den Rotorträger zurück gegeben. Denn noch immer gilt obige Feststellung, daß dieses Drehen von Masse innerhalb einer runden Wandung an sich keine Energie kosten kann, weder bei gleichförmiger noch bei ungleichförmiger Geschwindigkeit.
Drehmomente
In EVGM 05 ist die Quelle dieser Zusatzkraft dargestellt. Links ist eine Linie gezeichnet von der Systemachse (SA) über die Exzenterachse (EA) zum inneren (R1) und äußeren (R2) Bahnpunkt der Masse. Anstelle der Kreisbahn ist die Bahn als Gerade nach rechts gezeichnet.
Die Masse am inneren Bahnpunkt bringt eine relative kleine Winkelgeschwindigkeit (WG, rot) mit, z.B. von 24 Grad je Zeiteinheit. Ihre Trägheit reicht aus, um in sechs Zeiteinheiten 144 Grad zu durchlaufen. Wenn aber nach dieser Zeit 180 Grad erreicht sein sollen, muß die Winkelgeschwindigkeit beschleunigt (WG, blau, 36 Grad) werden durch Krafteinsatz des Rotorträgers. Zudem muß die
Masse diese Winkelgeschwindigkeit am äußeren Radius erreichen. Diese Bewegung wird erreicht durch Fliehkraft (F). Die Diagonale (stellvertretend für eine Spiralbahn) wird mit der Geschwindigkeit-total (GT) durchlaufen. Diese Resultierende ist länger als die ursprünglich vorhandene Trägheitskraft plus eingesetzter Beschleunigungskraft.
Kraft aus Fliehkraft
Bei der Analyse des Schleuder-Effekts wurde festgestellt, daß dieses Schleudern eine um ein Drittel höhere Endgeschwindigkeit ergibt als am Rotorträger aufgebracht werden muß. Zudem wird diese hohe kinetische Energie mit relativ geringem Kraftaufwand erreicht, weil die Kraft an relativ geringem Hebelarm nur aufzuwenden ist. Dieses Mehr an Energie wurde dort zurück geführt auf die
Addition der Kräfte. Natürlich findet die Addition von gegebener Trägheits- und Beschleunigungskraft bei jeder Beschleunigung statt, z.B. bei einer geradlinigen, beschleunigten Bewegung. Bei kreisförmigen Bahnen jedoch wird die Fliehkraft normalerweise ´fortwährend vernichtet´, z.B. durch die Zug-Arbeit der Speichen beim normalen Rad. Hier dagegen wird der Trägheit Raum gegeben sich auszuwirken, was zu obiger Resultierenden führt.
Oben ausgeklammerte Scherkräfte - sofern sie in nennenswertem Umfang auftreten und nicht durch besser konzipierte Getriebe eliminiert werden - bewirken im Übrigen eine Intensivierung der Bewegung in Richtung der Trägheit, gehen somit dem System nicht verloren. Die Nutzung dieser Kraftkomponente wird nachfolgend erläutert, analog zu den Überlegungen hinsichtlich des Tricks der Sechstagefahrer.
Schweben über dem Abhang
Ausgehend vom inneren Bahnpunkt ist die minimale Geschwindigkeit (G) gegeben, zu welcher die Beschleunigung (B) addiert wird. Ferner kann nun die Masse nach außen fallen (hier entsprehend nach unten), durch Trägheit- bzw. Fliehkraft (F). Damit ergibt sich eine Resultierende, welcher länger ist als gegebene Geschwindigkeit plus Beschleunigung. Diese Diagonale steht hier für die erreichte kinetische Energie (KE).
Zugleich zeigt diese Diagonale (KE) deutlich, daß die Masse während dieser Beschleunigungsphase praktisch parallel zu diesem Abhang fliegt, über der exzentrischen Wandung ins Tal hinunter (hinaus) schwebt. Wenn eine Kugel an einem Abhang abrollt, ist stets Druck gegen den Abhang gegeben.
Weil hier die Masse in dieser Phase beschleunigt wird, ist dieser Druck auf den Abhang (hier auf die exzentrische Wandung nach links) zumindest reduziert.
Es ist klar, daß am Ende des Wieder-Anstieges (des Wieder-Erreichens der innersten Bahn) die Masse die anfängliche Grundgeschwindigkeit (G) aufweisen wird. Analog zur Beschleunigung wird der Rotorträger die Masse über die Lager verzögern. Entsprechend dem Kraftaufwand für die Beschleunigung wird der Rotorträger damit ein Drehmoment aufgrund der Verzögerung (V) erfahren. Die am Antrieb erforderliche Kraft ist noch immer null. (Sollten sich bei diesem primitiven Lager obige Scherkräfte ergeben, so werden diese automatisch zur Beschleunigung des Zylinders führen, dem System also nicht verloren gehen).
Aufprall am Gegenhang
Es ist klar: wenn diese Arbeit wiederum durch Zug erfolgen würde, entspräche der Kraftaufwand exakt dem der starren Speiche bzw. der beim Hinaus-Fallen gewonnenen kinetischen Energie. Ein entscheidendes Kriterium dieser Maschinen hier ist darum, daß die zentripedale Bewegung der Masse ausschließlich durch Druck von außen erfolgt.
Schub am Keil
Dieser Gegenhang-Keil entspricht innerhalb des Zylinders der (im Drehsinn) vorderen Hälfte der exzentrischen Wandung. Da diese um die Systemachse frei beweglich ist, stellt die auf den Keil auftreffende waagrechte Kraftkomponenten eine Schubkraft dar, bewirkt also ein Drehmoment im Drehsinn auf den Zylinder.
Je flacher der Keil angelegt ist (je geringer die Exzentrität gewählt ist), desto geringer wird diese Schubkraft sein (Exzentrität null entspricht dem Abrollen einer Masse auf einer runden Bahn, wobei keinerlei Schub auf die Bahn gegeben ist). Sobald jedoch Exzentrität oder auch nur ungleichförmige Bewegung gegeben ist (siehe Erläuterungen oben zu EVGM 03/04), ergibt sich ein Drehmoment auf die Bahn. Hier z.B. entspricht dieses Drehmoment (S) der Strecke, um welche die erreichte kinetische Energie (KE) länger ist als anfängliche Geschwindigkeit (G) plus Beschleunigung (B).
Antriebskraft konstant
Dieser Antrieb bzw. dieser Energieverlust ist gegeben bei jeder Drehzahl, wird aber keinesfalls proportional mit der Drehzahl ansteigen. Denn im Grunde wird nur Masse im Kreis gedreht oder auf aus- und eindrehenden Spiralbahnen, insofern ein no-win-no-loss-Bewegungsspiel. Es wird darum bezüglich des erforderlichen Energieeinsatzes kaum einen Unterschied machen, ob diese Drehbewegungen mit 100, 200 oder 4.000 Umdrehungen je Minute aufrecht erhalten werden.
Trägheitskraft im Quadrat
Das Drehmoment des Abtriebes dieser Maschine basiert ausschließlich auf Trägheitskraft (während die Antriebskräfte nur die Bewegung erzeugen und aufrecht erhält, damit Trägheitskräfte auftreten).
Bezüglich der Fliehkräfte macht es jedoch einen gewaltigen Unterschied, ob diese Maschine mit 100, 200 oder 4.000 Touren gefahren wird. Das Drehmoment am Abtrieb wird darum mindestens proportional mit der Drehzahl anwachsen. Die Verlust durch Reibung (wie auch aus obigen eventuellen Scherkräften) werden darum bei höheren Drehzahlen unbedeutend. Ab einer kritischen Drehzahl ergibt sich Over-Unit-Effekt.
Ergebnis
In nachfolgenden Artikeln werden mehrere Getriebe zur Realisierung dieser Konzeption besprochen. Es wird letztlich eine Maschine vorgestellt, die vollkommen dem Kornkreisbild des Dreifachen Halbmonds entspricht.
Evert / 29.03.2000
In diesem Artikel sollen die grundlegenden Prinzipien der in den vorigen Kapiteln erarbeiteten Lösungsansätze in komprimierter Form dargestellt werden. Diese Ausarbeitung und Zeichnungen könnten Grundlage sein für eine Prüfung dieses Ansatzes durch Fachleute mit entsprechenden Kenntnissen. Es könnten Formeln zu den hier aufgestellten Behauptungen erarbeitet werden, welche den Over-Unit-Effekt dieser Maschinen theoretisch nachweisen.
In Bild EVGM 01 sind oben die ersten beiden Bauelemente im Querschnitt schematisch dargestellt. Das ganze System dreht sich um die Systemachse (SA), wobei hier generell die Drehung gegen den Uhrzeigersinn unterstellt ist. Im Gehäuse (hier nicht dargestellt) ist ein runder Zylinder (ZY) gelagert, drehbar um diese Systemachse. Dieser Zylinder weist eine runde Aussparung auf, deren Mittelpunkt exzentrisch zur Systemachse ist. Dieser Mittelpunkt wird Exzenterachse (EA) genannt. Die Wandung dieser Aussparung wird exzentrische Wandung (EW) genannt. Der Abstand zwischen System- und Exzenterachse wird Exzentrität genannt.
Entlang der exzentrischen Wandung soll die wirksame Masse sich bewegen. Sie kann als in einem Massepunkt (MP) vereinigt gedacht werden.
Damit die Masse gleitend innerhalb der exzentrischen Wandung umlaufen kann, wird hier eine Masse in Form eines sichelförmigen Körpers vorgeschlagen. Diese Exzentersichel (ES) sollte etwas mehr als einen Halbkreis lang sein.
In Bild EVGM 02 soll der Zylinder (ZY) unbeweglich erachtet werden. Die Exzentersichel (ES) soll sich gleichförmig drehen. Hier sind die Positionen eines Massepunktes (MP) der Exzentersichel nach einer Drehung von jeweils 30 Grad dargestellt. Die Bewegung der Massepunkte erfolgt konzentrisch um die Exzenterachse (kleiner schwarzer Kreis), also um den Mittelpunkt der exzentrischen Wandung.
Reibungsverluste
Bei dieser gleichförmigen Drehung der Masse auf konzentrischen Kreisbahnen um die Exzenterachse sind alle Trägheitskräfte symmetrisch und kompensieren sich, sodaß sie keine Außenwirkung haben. Die
Aufrechterhaltung dieser Drehbewegung kostet theoretisch keinen Energieaufwand.
Praktisch treten natürlich Reibungsverluste in den Lagern der Wellen, zwischen Exzentersichel und exzentrischer Wandung wie im Gleitlager zwischen Rotor- und Exzenterlager auf. Diese Verluste sind unvermeidlich und bleiben hier unberücksichtigt.
Festzuhalten bleibt, daß die gleichförmige Drehung von Massepunkten in diesem System außer Reibungsverlusten keinen Energieaufwand erfordert. Das gilt entsprechend, wenn nun der Rotorträger mit gleichförmiger Geschwindigkeit drehen soll, sodaß die Massepunkte der Exzentersichel ungleichförmig schnell sich drehen müssen.
EVGM 04 zeigt entsprechend vorigem Bild nochmals die Positionen der Radien der ungleichförmig bewegten Massepunkte (in den Segmenten von rund 25 bis 37 Grad). Zusätzlich sind die Trägheitskräfte des Massepunktes in der jeweiligen Position eingezeichnet, als grüne Linien tangential zur Exzenterachse, dem Mittelpunkt der konzentrischen Drehung. Der Betrag der jeweiligen Trägheit wird durch die Länge der Linie wieder gegeben. Diese Trägheitskräfte sind nun keinesfalls mehr symmetrisch, kompensieren sich nicht mehr, sondern ergeben eine gemeinsame Resultierende.
Die Differenz der Trägheitskräfte der Massepunkte links und rechts ist dagegen offenkundig. Es steht außer Frage, daß an der Exzenterachse sich eine hier nach oben gerichtete Resultierende ergibt. Die Exzenterachse wird dadurch veranlaßt, im Drehsinn des Rotorträgers mit zu drehen. Wohl gemerkt:
dieses Mitdrehen ergibt sich nicht aus der Antriebskraft des Rotorträgers, denn diese ist in Summe null (abgesehen von Reibung). Dieses Mit-Drehen ergibt sich ausschließlich aufgrund den unterschiedlichen Trägheitskräften. Diese wiederum resultieren aus den nun unterschiedlichen Geschwindigkeiten der Massepunkte über Grund.
Zug und Druck
Zur Beschleunigung der Masse muß der Rotorträger Kraft auf die Exzentersichel übertragen. Der Kraftaufwand entspricht der jeweiligen Steigerung der Winkelgeschwindigkeit. Von innen links bis unten muß die Geschwindigkeit jeweils um etwa ein Grad je Zeiteinheit beschleunigt werden, von unten nach rechts außen aber um jeweils rund drei Grad. Die jeweils erforderliche Kraft ist durch die blauen Linien angezeigt, jeweils tangential zur Stellung des Rotorträgers.
Es ergeben sich also zwei Drehmomente, die zum Mitdrehen des Zylinders führen: einerseits das rein auf den jeweils gegebenen Trägheitskräften beruhende bei ungleichförmiger Geschwindigkeit über Grund. Andrerseits durch den ´aktiven´ Einsatz von Kraft zur Beschleunigung von Masse und das ´passive´ wieder Rückführen der entsprechenden Kräfte an die Antriebsquelle.
In EVGM 05 oben rechts ist diese Situation nochmals in Kreisbahnen dargestellt. Die am inneren Bahnpunkt gegebene Winkelgeschwindigkeit (G) und damit gegebene Trägheitskraft reicht auf der äußeren Bahn nur zur Bewegung um beispielsweise 96 Grad. Andrerseits muß der Rotorträger die restlichen Grad Winkelbeschleunigung aufbringen (B). Diese sind von der Exzenterachse aus gesehen (auf diesen Punkt sind die obigen Segmente bezogen) und auf der inneren Bahn eingezeichnet. Die Beschleunigung der Masse muß jedoch am äußeren Bahnpunkt gegeben sein, im Ausmaß obiger 36 Grad.
Die fehlende Strecke bzw. der restliche Geschwindigkeitszuwachs resultiert aus Fliehkraft (F).
In EVGM 06 ist der Umfang des Zylinders als Gerade abgebildet. Wenn die exzentrischen Wandung (EW) entsprechend ´abgerollt´ wird, ergibt sich eine wellenförmige Bahn. Diese Bahn ist keine exakte Sinuskurve, der Berg ist relativ spitz, die Bergseiten gestreckter und das Tal flacher ausgebildet. Der innere Bahnpunkt befindet sich hier in Höhe von R1, der äußere bei R2. Die Bewegung der Masse soll von links nach rechts erfolgen.
Beschleunigungs- gleich Verzögerungskraft
Umgekehrt ist die Situation nach Erreichen der maximalen Geschwindigkeit, wenn die Masse auf der äußersten Bahn ist (hier das Tal durchläuft). Es ist z.B. offenkundig, wie die erreichte kinetische Energie auf den Gegenhang gerichtet ist.
Die Beschleunigung und Verzögerung der Masse ist also kräfte-neutral. Allerdings muß das System nun Arbeit verrichten und die Masse von der äußeren Bahn auf die innere zurück führen. Bei einem starren Rad verrichtet die Speiche durch Zug diese Arbeit, indem fortwährend die Bewegung aus der tangentialen Trägheitsrichtung nach innen umgelenkt wird. Hier wird diese Arbeit zeitweilig ausgesetzt, indem der Masse erlaubt wird nach außen zu fallen. In der nachfolgenden Phase muß diese Umlenkung nun nachgeholt werden.
Der Gegenhang stellt für die auftreffende Masse praktisch einen Keil dar. Die Masse muß in radialer Richtung nach innen geführt werden, hier in dieser Darstellung nach oben. Dieser Aufhang kann der anstehenden kinetischen Kraft eine Gegenkraft nur senkrecht zu seiner Oberfläche entgegen setzen.
Aus dieser Gegenkraft resultiert Arbeit (A) in Form der senkrechten Bewegung (nach innen). Es ergibt sich damit zugleich eine waagrechte Kraftkomponente, praktisch eine Schubkraft (S, hier nach rechts).
Dieses System erfordert Antriebskraft, um die gegebene Reibung zu überwinden. Es könnten auch Verluste durch Scherkräfte (bei diesem einfachsten Lager zwischen Rotorträger und Exzentersichel) gegeben sein. Das System muß auch Kraft aufbringen für die Beschleunigung der Masse. Dieser steht jedoch ein gleich großes Drehmoment durch deren Verzögerung zur Verfügung. Auch hierbei könnten Scherkräfte auftreten, die allerdings weitgehend am Abtrieb wieder zur Verfügung stehen.
Der Abtrieb des Systems wird am Zylinder über seine Welle um die Systemachse abgenommen. Der Abtrieb ist insofern vollkommen unabhängig von Antrieb, als keine direkte Kopplung besteht: die Masse kann frei innerhalb der exzentrischen Wandung des Zylinders drehen. Die Antriebskräfte ergeben insofern keinesfalls auf direkte Weise irgendwelche Abtriebskräfte.
Mit diesen Ausführungen sind die entscheidenden Kriterien dieser Rotorsysteme nochmals in komprimierter Form dargestellt. Es wurde eine Versuchsanordnung aufgezeigt, die zu erwartenden Bewegungsabläufe geschildert, daraus die sich ergebenden Kraftwirkungen abgeleitet. Es wird behauptet, daß damit ein Perpetuum Mobile konzipiert ist. Es wurden Erklärungen für die zu gewinnende Energie gegeben. Es wäre schön, wenn Fachleute aufgrund dieser Ausführungen und Zeichnungen diesen Sachverhalt ernsthaft prüfen würden und per Formeln oder Simulation diese Behauptungen bestätigt würden.
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