Druck erzeugt Gegendruck
Im vorigen Kapitel wurde festgestellt, dass gängige Maschinen vorwiegend auf der Anwendung von Druck beruhen, z.B. Wasserturbine oder Verbrennungsmotor. Druck erzeugt Gegendruck, bei Gasen sogar Widerstand im Quadrat. Per Druck kann das interne Bewegungspotential der Fluide nicht genutzt werden, sondern nur per Sog lassen sich automatisch beschleunigende Strömungen generieren, bis zur Schallgeschwindigkeit. In diesem Kapitel soll beispielhaft aufgezeigt werden, wie diese ´Freie Energie´ nutzbar ist.
In Bild 05.11.01 sind schematisch Schnitte durch normale Radialpumpen dargestellt (immer linksdrehend unterstellt). Im Querschnitt bei A sind im Rotor (rot) sechs gerade Kanäle (hellrot) dargestellt, durch welche Fluid nach außen gefördert wird. Das Fluid bewegt sich dabei im Raum auf spiralig gekrümmter Bahn (siehe Pfeil) nach außen, bei dieser Maschine als sechs einzelne Strahle. Am Auslass einer Pumpe ist in aller Regel durchgängiger Abfluss vorteilhaft, so dass am gesamten Umfang das Fluid als ein flächiger Strahl austritt.
Dies wird erreicht indem der Querschnitt der Kanäle nach außen hin gestreckt, also länger und zugleich flacher wird, wie schematisch im Längsschnitt bei F dargestellt ist. In Querschnitt B ist eine nachteilige Erscheinung dieser Pumpen dargestellt: das Fluid staut sich an der hinteren (Druck-) Wand C der Kanäle, woraus zunehmender Widerstand erwächst. Weiter vorn im Kanal herrscht geringere Dichte D und ganz vorn sogar relativer Unterdruck E (durch unterschiedliches Blau markiert).
Sog erzeugt Bewegung
Natürlich entweichen Teile des Fluids aus dem hinteren, dichten Bereich nach vorn, sie werden aber von der Druckwand immer wieder eingeholt. In Bild 05.11.02 ist dargestellt, wie diese relative Leere entlang der Sog-Wand einer Pumpe nutzbar wird. Oben quer ist ein Schnitt durch drei Kanäle dargestellt, also mit Blick radial zur Systemachse. Der Rotor bewegt sich von rechts nach links, so dass an der rechten Druckwand sich der Stau C befindet, weiter nach vorn die Bereiche D und E geringerer Dichte. Der prinzipielle Ansatz zur Nutzung dieser relativen Leere liegt nun darin, dass vorn bei der Sogwand ´Falschluft´ G durch eine seitliche Öffnung einströmen kann.
In diesem Bild unten rechts ist schematisch ein Längsschnitt dargestellt durch den Rotor (rot) und durch die Kanäle (blau), wobei nun der Querschnitt dieser Kanäle von innen nach außen konstant bleibt. Der Einlass F erfolgt wiederum vorn-mittig in axiale Richtung, der Auslass H hinten-außen in radiale Richtung, aber die gesamte Fläche am Auslass ist damit viel zu groß gegenüber der Fläche des mittigen Einlasses.
In diesem Bild unten links ist schematisch ein Querschnitt durch den Rotor dargestellt. Durch den mittigen Einlass F (blau) strömt Fluid in die sechs Kanäle, aus denen außen der Abfluss H erfolgt bzw. das Fluid im Raum auf gekrümmter Bahn I nach außen fließt. Zusätzlich sind nun schlitzförmige Öffnungen G (hellrot) eingezeichnet, welche entlang jeder Sog-Wand der Kanäle angelegt sind. Auch im Längsschnitt ist die generelle Position der zusätzlichen Längsöffnungen G (hellrot) skizziert. Diese Längsöffnungen sind hier durchgehend gezeichnet, sie könnten aber auch durch Stege unterbrochen sein (sofern aus Stabilitätsgründen erforderlich).
Durch diese Öffnungen wird zusätzliches Fluid einströmen, so dass insgesamt ein Durchsatz entsprechend zur (ansonsten zu großen) Auslass-Fläche zustande kommt. Auf der gesamten Vorderseite des Rotors ergibt sich damit eine generelle Strömung hin zu diesen Öffnungen. Es wird jedoch vorteilhaft sein, diese Strömung besser zu strukturieren, z.B. entsprechend zur spiraligen Bahn des Fluids im Raum.
Spiralige Kanäle
Der Rotor steht nicht frei im Raum, sondern ist in einem Gehäuse gelagert. Vor der Rotor-Vorderseite mit den Längsöffnungen sollte die dortige Gehäusewand zweckdienlich gestaltet sein. Dies wird erreicht, indem durch Kanäle des Gehäuses das Fluid ebenfalls von innen nach außen dem Rotor in optimaler Weise zugeführt wird. In Bild 05.11.03 sind schematisch diese Gehäuse- und Rotor-Kanäle skizziert. Die Zeichnung zeigt beide Kanal-Arten auf einer Ebene, während sie real auf zwei axialen Ebenen neben einander angeordnet sind.
Die nach links gekrümmte Kurve A ist eine Kanalwand des Gehäuses, zwischen jeweils zwei solcher Wände wird ein Gehäusekanal B (dunkelgrau) gebildet. Ein Gehäusekanal weist von innen nach außen größere Breite auf. Das Fluid wird darin nach außen hin zunehmend schneller strömen, hier skizziert durch unterschiedliches Blau im Kanal C.
Die nach rechts gekrümmte Linie D stellt die Wand eines Rotor-Kanals dar. Zwischen jeweils zwei solchen Wänden wird ein Rotor-Kanal E (hellrot) gebildet. Auch in diesem Kanal wird Fluid von innen nach außen schneller fließen, wie skizziert durch unterschiedliches Blau im Kanal F.
Diese beschleunigte Bewegung in beiden Kanälen kommt zustande, indem die Längsöffnungen (an den Sog-Wänden der Rotor-Kanäle) nach außen hin zunehmend schneller über die Gehäuse-Kanäle hinweg streichen bzw. immer längere Längsöffnungen über den immer breiteren Gehäusekanal gleiten.
In diesem Bild rechts sind beispielsweise zehn Gehäuse- (nach links gekrümmt, vorwärts im Drehsinn des Systems) und zehn Rotor-Kanäle (nach rechts gekrümmt, rückwärts im Drehsinn des Systems) angelegt. Jeder zweite Gehäuse-Kanal ist farblich hervor gehoben durch unterschiedliches Blau, während vom Rotor nur die Kanalwände eingezeichnet sind. In der folgenden Animation sind die Bewegungen sowohl der Rotor-Wände als auch des Fluids in den Gehäuse-Kanälen visualisiert.
Die Krümmung der Wände ist hier so angelegt, dass sich beide weitgehend rechtwinklig schneiden. Diese Linien sind hier beispielsweise so angelegt, dass sie einen Kreis-Sektor von 36 Grad bilden. Eine Längsöffnung des Rotor-Kanals läuft also bei einer Rotordrehung von 72 Grad ein mal von ganz innen bis ganz außen über einen Gehäusekanal hinweg.
Je nach Krümmung aller Linien kann diese Relativbewegung frei gestaltet werden, z.B. können die Wände bzw. Kanäle des Rotors und Stators auch unterschiedlich gekrümmt oder angestellt sein. Die Druck- und Sogseiten eines Kanals können unterschiedlich gestaltet sein, z.B. mit radial weisender Sogwand und viel weiter rückwärts weisender Druckwand.
Beim dargestellten Beispiel von jeweils zehn Kanälen saugen zugleich drei bis vier Längsöffnungen von Rotor-Kanälen das Fluid aus einem Gehäusekanal ein bzw. umgekehrt liefern vier unterschiedliche Gehäusekanäle die ´Falsch-Luft´ für einen Rotor-Kanal. In jedem Fall erfolgt diese Strömung vom Gehäuse- zum Rotorkanal nach außen hin auf immer größerer Breite und schnellerer Relativbewegung - ideale Voraussetzungen für die Entfaltung von Sogwirkung.
Grund-Konstruktion
In Bild 05.11.05 ist die grundsätzliche Bauweise des Rotors und entsprechender Gehäuseteile dargestellt, rechts oben in einem Längsschnitt durch die Systemachse. Im Rotor A (rot) verlaufen die Rotorkanäle B von vorn-mittig nach hinten-außen. Bei der Sogseite der Rotorkanäle sind Längsöffnungen C angelegt, in welche Fluid aus den Gehäusekanälen einfließt. Die Gehäusekanäle sind also zum Rotor hin offen, werden seitlich begrenzt durch die (nach links) gekrümmten Gehäusewände D und vorn begrenzt durch eine kegelförmig gekrümmte Gehäusewand E.
Im Gehäuse ist mittig ein Einlass F angelegt, durch welchen Fluid direkt in den mittigen Einlass der Rotorkanäle fließt (hellblau). Außerhalb davon ist ein Einlassbereich G (mittelblau), durch welchen Fluid in die Gehäusekanäle fließt. Teilweise wird diese Fluid-Menge durch die Längsöffnungen in die Rotorkanäle gesaugt und fließt außen ab. Das restliche Fluid der Gehäusekanäle (dunkelblau) fließt beschleunigt weiter ebenfalls zum Auslass. Aus beiden Kanälen fließt eine stark beschleunigte Strömung I seitlich aus der Maschine ab.
In diesem Bild links oben zeigt ein Querschnitt bzw. eine Sicht von vorn diese Gehäuseteile bzw. Bereiche der Fluidströmung in den Gehäusekanälen: die im Drehsinn vorwärts gekrümmten Wände D, den ´Kragen´ der Gehäusewand E, den mittigen Einlass F für die Rotorkanäle, den ringförmigen Einlass G für die Gehäusekanäle, sowie den weiteren Verlauf der Gehäusekanäle H.
In diesem Bild links unten zeigt ein Querschnitt die entsprechende Sicht von vorn auf den Rotor A (rot) mit den im Drehsinn rückwärts gekrümmten Wänden (schwarze Linien), an deren Sogseite die Längsöffnungen C (hellrot) angelegt sind. Wiederum ist zu erkennen, dass der mittige ringförmige Einlass in die Rotorkanäle nur eine Anfangsströmung auszulösen hat, während die Hauptströmung durch die Längsöffnungen zustande kommt.
In den Rotorkanälen herrscht starke Sogwirkung, weil deren Querschnittsfläche nach außen hin zunehmend ist. Umgekehrt wird die Querschnittsfläche der Gehäusekanäle nach außen hin verringert, weil einerseits daraus Fluid fortwährend in die Rotorkanäle abgesaugt wird, andererseits damit die verbliebene Restmenge mit möglichst hoher Geschwindigkeit durch diese ´Düse´ abfließt.
In diesem Bild unten rechts ist in etwas größerem Maßstab ein Ausschnitt aus Sicht von außen dargestellt. Der Rotor A bewegt sich dabei von unten nach oben. Die Sogwand der Rotorkanäle B ´rennt davon´ und hinterlässt fortwährend neue Bereiche relativer Leere im Raum. In diese fallen Fluidteile durch die seitliche Längsöffnung C hinein. Sie prallen an die Sogwand, fliegen von dieser nach hinten und werden über die gekrümmte Druckseite der Rotorkanäle letztlich nach außen gefördert, so dass vorn in den Rotorkanälen fortwährend relative Leere entsteht.
Durch diese Strömung G werden Fluidteile aus dem Gehäusekanal ´aus-sortiert´ und stehen in ihrem Herkunftsbereich nie mehr als Kollisionspartner zur Verfügung. Mittelbar entsteht somit auch im Gehäusekanal relative Leere, die fortwährend vorwärts-auswärts im Drehsinn des Systems wandert. Natürlich fallen damit Fluidteilchen im Gehäusekanal H in diesen Sog hinein bzw. ergibt sich daraus nach außen hin zunehmende Beschleunigung.
Doppelter Sog-Effekt
In diesem System wird die resultierenden Geschwindigkeit nur zum geringen Teil durch Beschleunigung per Druckwirkung erreicht, nur an der Druckseite der Rotorkanäle und nur in relativ flachem Winkel. Diese Druckwand weist von innen nach außen gleich bleibende Breite auf, d.h. dort entsteht kein Bereich zunehmender Dichte und damit zunehmenden Widerstands. Der Fluidmenge steht vielmehr nach außen hin zunehmend größerer Raum zur Verfügung. Wenn ein Fluidteilchen per Druck mechanisch nach außen geschlagen wurde, fliegt es relativ weit davon (erzeugt also nicht fortgesetzten Widerstand an der Druckwand).
Jede Vorderwand eines Kanals ´rennt davon´ und ergibt somit Sogwirkung. Bei normalen Pumpen aber wird schon am Einlass so viel Druck erzeugt, dass der Weg für Beschleunigung aufgrund Sogs versperrt ist. Hier dagegen wird der Weg zum vorderen Sogbereich nicht behindert, vielmehr ist freier Zufluss durch die seitlichen Längsöffnungen immer gegeben. Entlang der Rotoraußenwand wird Fluid ohnehin durch Haftung mitgerissen, so dass parallel fliegendes Fluid praktisch nur von einem zum anderen Kanal hinüber wechselt.
Das Potential molekularer Geschwindigkeit kann optimal genutzt werden, indem nur eine Sogwand verwendet wird. In einem Rotorsystem ist das nicht möglich, weil jede Rückwand zwar eine Sogseite darstellt, die zugehörige Vorderwand aber eine Druckseite darstellt. Hier jedoch wird der Sog vom Rotorkanal seitlich übertragen zum Gehäusekanal, der völlig frei ist von Begrenzungen, vielmehr im Drehsinn des Systems vorwärts gekrümmt verläuft, immer genau in Richtung des fortwährend auftretenden Sogs. Schon in den Rotorkanälen ist der Druck-Widerstand durch deren gleich bleibende Breite relativ gering. In den Gehäusekanälen gibt es überhaupt keine rückwärts gerichtete Bewegung mehr, so dass dort eine wohl strukturierte Strömung aufkommt mit selbstbeschleunigendem Effekt, basierend ausschließlich auf Ordnung normalen molekularen Bewegungspotentials.
Bis zur Schallgrenze
Die Strömung im Gehäusekanal ist schneller als die Rotordrehung. Am Rotor könnten darum Schaufeln angebracht werden, welche diese Sekundärströmung etwas nach hinten umlenkt - und damit würde das System selbstbeschleunigend sein, autonom hoch drehen bis zur Schallgeschwindigkeit - und zerbersten oder davon fliegen. Beides ist schon in Realität so eingetreten.
Bei unkontrolliertem Testlauf soll sich beispielsweise Schaubergers Repulsine aus massiver Verankerung los gerissen haben und durch das Dach der Werkstatt auf und davon geflogen sein. Obwohl Beschreibungen und Teile dieser Konstruktion noch vorhanden sind, konnte diese Maschinen nie wieder funktionsfähig gemacht werden (sofern nicht unter Verschluss gehalten). Schauberger verwendete aber andere Bewegungsabläufe und höchst komplizierte Teile. Erst mit obiger klarer Erkenntnis zur Wirkung des Sogs und direkter Umsetzung in logisch konsequenter Konstruktion ergibt sich dieser einfache Spiral-Kanal-Motor - mit ungeheurer Wirkung.
Ich möchte an dieser Stelle eindringlich davor warnen, die Sekundär-Strömung der Gehäusekanäle direkt zum Antrieb des Rotors zu verwenden. Es dürfen keine Schaufeln zur Umlenkung dieser Strömung direkt am Rotor angebracht werden. Zum Anfahren des Systems ist ein geringer Energie-Einsatz erforderlich, danach aber wird bei direkter Rückkopplung das System selbstbeschleunigend hoch fahren bis zur Schallgrenze. Anstatt dieses praktisch erfahren zu müssen ist sinnvoller, wenn Fachleute dieses Verhalten nur rechnerisch ermitteln (was sie dringend tun sollten).
Aber Fachleute glauben vorwiegend noch immer nur an die Wirkung von Druck und bedenken nicht, dass per Sog das wahre Potential molekularer Energie auftritt. Einen praktischen Eindruck kann sich jeder verschaffen, wenn er die Hand aus einem Fahrzeug hält bei 150 km/h - oder mutige Leute auf das Fahrzeugdach klettern. Luftpartikel bewegen sich zehnfach und selbst auf dem Zick-Zack-Weg der Schallgeschwindigkeit noch sechs mal schneller - das ist die frei verfügbare kinetische Energie - und nutzbar per Organisation von Sog.
Ich möchte noch einmal in aller Deutlichkeit warnen vor ungeschicktem Bau dieser Maschine. Wenn beispielsweise die Sog- und Druckseite nicht nur durch eine einfache Wand (wie hier dargestellt) gebildet wird, sondern durch ein Profil mit steil angestellter Sogwand und flach angestellter Druckwand, kann die Strömung durch die Längsöffnungen radial auf die Sogwand treffen (und durch Reflektion Drehmoment erzeugen), während an der Druckwand die Fluidteilchen nur in sehr flachem Winkel auftreffen (und damit wenig Widerstand ergeben). Schon damit könnte der Rotor selbst zu einer selbst-beschleunigenden Komponente werden.
Anwendung als offenes System
Diese Maschine ist geeignet, mit minimalem Energie-Einsatz viel Wind zu produzieren, weil der Rotor selbst nur einen Bruchteil der gesamten Strömung per Druck fördert, ein viel größeres Luftvolumen mit sehr viel höherer Geschwindigkeit aber aufgrund Sogwirkung verfügbar ist. Die naive Darstellung in Bild 05.11.06 zeigt beispielhaft eine Anwendung hierzu.
Schon in Kapitel 05.07. ´Sog-Hubschrauber´ habe ich ein ähnliches Fahrzeug beschrieben, wobei dieses hier eher ein ´Ufo´ bzw. eine Flugscheibe darstellt. Diese Anwendung ist relativ ´harmlos´, wenngleich es Berichte über Hubschrauber mit Radial-Gebläse gibt, die kaum mehr zum Abstieg gebracht werden konnten (vermutlich weil vorige Effekte auftraten, ohne deren theoretische Grundlage zu kennen und damit zweckdienliche Konstruktion zu ermöglichen).
Das skizzierte Fluggerät könnte z.B. fünf Meter Durchmesser aufweisen. Der oben montierte Spiral-Kanal-Motor (rot) müsste weniger als einen Meter Durchmesser aufweisen, allerdings mit etwas weiter hinaus reichender ´Schürze´ (schwarz markiert). Außen am Motorgehäuse bzw. an dieser Schürze können Steuerungs-Elemente angebracht sein und wichtig ist auch, dass der Querschnitt des Einlasses regulierbar ist z.B. durch eine Haube (beides hier nicht eingezeichnet).
Luft wird von oben durch die Rotor- und Gehäusekanäle gefördert (blau), und fließt fächerförmig über die gekrümmte Oberfläche, mindestens die restlichen zwei Meter weit. Über dieser fächerförmigen Strömung wird die Luft per Sogwirkung ebenfalls in paralleler Bewegung sein. Die Oberfläche des Fluggeräts wird also massiv gegen den statischen Luftdruck abgeschirmt, selbst bei relativ geringer Drehzahl des Rotors (beim vorigen vergleichbaren ´Sog-Hubschrauber´ wurde eine Strömung von rund 20 m/s als ausreichend ermittelt, die hier bei 300 bis 600 Umdrehungen je Minute zu erreichen sind).
Noch immer wird in ähnlichen Entwürfen die Luft außen nach unten umgelenkt in der (naiven) Absicht, dass entsprechend dieser abwärts geführten Luft das Flugzeug angehoben würde (mechanistisches actio-reactio-Denken, gerade so als wäre Luft ein Festkörper). Gegen die Unterseite dieses Fahrzeugs von etwa 200000 Quadratzentimeter Fläche drücken genauso viele Kilogramm statischer Luftdruck - und nur per Differenz statischen Drucks zwischen Ober- und Unterseite hebt das Fahrzeug ab. Es sollte darum an der Unterseite möglichst ´ruhende´ Luft gegeben sein, z.B. indem durch die Gestaltung der Seitenwände dort eine Aufwärtsströmung bzw. Ring-Wirbel generiert wird (angetrieben durch die an der Oberseite nach außen abfließende Strömung).
Physikern wie Flugzeug-Technikern mag dieses Bildchen wirklich naiv und dieses Teil von vorn herein flug-untauglich erscheinen. Dann sollte man darüber etwas mehr nach-denken und nach-rechnen. Mehr will und muss ich dazu nicht ausführen, es ist Aufgabe dieser Fachleute aus diesen Ansätzen optimale Fluggeräte zu realisieren.
Geschlossener Kreislauf
Bei voriger Anwendung als offenes System stellte Luft das Medium dar, aber natürlich wäre in geschlossenen Systemen dichteres Fluid viel wirkungsvoller. Es treten hier große ´Sogkräfte´ auf und beim Einsatz von Flüssigkeiten damit hohe Gefahr von Kavitation. Wie bei hydraulischen Geräten (z.B. Hydaulik-Kupplung oder Drehmomentwandler) muss das Medium unter entsprechenden Druck gesetzt und gegebenenfalls auch Kühlung vorgesehen werden.
In Bild 05.11.07 ist beispielhaft eine Anwendung dieses Prinzips in einem geschlossenen System schematisch dargestellt. In einem Gehäuse (hellgrau) dreht der Rotor A (rot) mit seinen Rotorkanälen B und deren Längsöffnungen C (hellrot) in der vorderen (hier unteren) Rotorwand. Die Wände D der Gehäusekanäle H sind an einem ortsfesten Bauteil E angebracht, das seinerseits durch den unteren Teil dieser Wände D mit dem Gehäuse fest verbunden ist.
Der Bewegungsprozess ist identisch mit oben beschriebenen Abläufen, inklusiv des Zuflusses G durch die Längsöffnungen in die Rotorkanäle hinein, sowie der Strömung des restlichen Fluids H durch die Gehäusekanälen. Es ergibt sich die oben beschriebene Beschleunigung bis zum seitlichen Auslass. Diese gemeinsame Strömung wird nun durch Schaufeln L einer Turbine K umgelenkt und etwas verzögert (somit Drehmoment erzeugt). Das Fluid wird durch den Bereich M und zwischen den Gehäusewänden D zurück fließen zum Einlass-Bereich bei F.
Wie oben ausgeführt darf keine direkte Kopplung zwischen diesem Turbinen-Element und dem Rotor installiert werden, weil sonst das System unweigerlich bis zur Schallgrenze selbsttätig beschleunigt und dabei früher oder später explodieren wird (sofern keine ausreichende Last anliegt oder Bremse vorgesehen ist, die z.B. durch automatische Regulierung des Einlass-Querschnitts machbar wäre). Darum sind hier die Rotorwelle (rot) und die Turbinen-Hohlwelle (gelb) als separate Elemente dargestellt. Die Turbine kann z.B. durch externe Hydraulik durchaus den Antrieb des Rotors bewerkstelligen, aber diese Kupplung muss garantiert steuerbar sein. Wenn jedoch diese Gefahr des ´Durchgehens´ konstruktiv beherrscht wird, ist dieses System eine autonom arbeitende Kraft-Station für viele Anwendungen, zur stationären Energieversorgung oder zum Antrieb von Fahrzeugen, baubar mit fast beliebiger Leistung.
Viele Ausführungsvarianten
Dieses Prinzip kann technisch natürlich in vielfältiger Weise realisiert werden. Oben wurde z.B. die Gestaltungsmöglichkeiten der Rotorkanäle angesprochen, wobei durchaus die Sog- und Druckwände unterschiedliche Krümmung und Anstellung aufweisen sollten. Der Rotor kann in der oben dargestellten Form normaler Radialpumpen ausgeführt sein, könnte jedoch auch prinzipiell Kegelform aufweisen (mit Kanälen an der Außen- oder Innenseite des Mantels, mit Rücklauf außen oder mittig). Die Maschine könnte sogar prinzipiell Ei-Form aufweisen mit ´schüsselförmigem´ Rotor, so dass der Auslass zurück weist zum Einlass. Das System könnte sogar ohne die Gehäusewände funktionieren, weil die flächige Strömung an der Rotor-Vorderseite ohnehin spiralig-auswärts verläuft. Die kinetische Energie der generierten Strömung kann durch unterschiedlichste Form und Position einer Turbine in Drehmoment verwandelt werden. Ingenieure und Techniker werden also viele technische Lösungen entwickeln können für die unterschiedlichsten Anwendungen - sofern man endlich die entscheidende Funktion des Sogs erkennt und realisiert, welch gewaltiges Potential kinetischer Energie in jedem Kubikmeter Gas oder genauso jedem Liter Flüssigkeit ´brach-liegt´, frei verfügbar und unerschöpflich ist.
Noch eine Variante möchte ich hier als Beispiel darstellen, bei welcher einerseits die Beschleunigung durch Sog besonders deutlich wird und andererseits Ähnlichkeit zur Schauberger-Repulsine gegeben ist. Viktor Schauberger hat diverse Maschinen als ´Repulsine´ bezeichnet mit dem besonderen Merkmal, dass die Oberflächen von Rotor und Stator ´wellblechförmig´ gestaltet waren. Anstelle von Kanälen gab es nur jeweils eine wellenförmige Vertiefung, die als lange Spirale die gesamte Oberfläche bedeckte. Eine dieser Repulsinen soll sich bei unkontrolliertem Testlauf aus starker Verankerung gerissen und durch das Dach der Werkstatt davon geflogen sein (weil Antrieb und Abtrieb direkt gekoppelt waren). Obwohl Teile dieser Maschine und Beschreibungen noch immer verfügbar sind, blieb die komplexe Funktionsweise unklar und das Gerät konnte nie mehr zum Laufen gebracht werden. Nachfolgend stark vereinfachte Version repräsentiert die auftretenden Effekte unmittelbar.
In Bild 05.11.08 ist diese Variante schematisch dargestellt, oben mit Blick in axialer Richtung, unten im Längsschnitt durch die Systemachse. Wiederum oben im Querschnitt sind vier Gehäusekanäle D durch helles und dunkleres Blau markiert. Diese Kanäle werden nach außen begrenzt durch ein feststehendes Gehäuseteil E, von dem aus Wände nach innen weisen. Zwischen jeweils zwei Wänden wird ein Gehäusekanal D gebildet, zum Rotor hin offen und im Drehsinn des Systems nach vorn weisend (also analog obiger Grundkonstruktion).
Im Gegensatz dazu sind die Rotorkanäle aber anders gestaltet. Oben-mittig wird der Einlass-Bereich F durch ein Rohr gebildet, in welchem Schaufeln des Rotors wie in einer normalen Axial-Pumpe das Fluid nach unten fördern. Damit wird aber nur eine anfängliche Strömung ausgelöst. Im weiteren Verlauf gehen diese Schaufeln in zahnförmige Vertiefungen über, die nach außen hin offen sind. Die Wände dieser offenen Kanäle B sind so ausgebildet, dass praktisch nur noch eine Sogseite gegeben ist, aber keine Druckseite mehr. Diese ´Zähne´ verlaufen entlang der kegelförmigen Rotoroberfläche auf spiraliger Bahn nach außen.
In der unteren Hälfte des Querschnitts ist der Verlauf von vier dieser Rotorkanäle B durch helles und dunkleres Blau markiert. Sie schneiden die Gehäusekanäle D nahezu rechtwinklig. Sie überqueren die Gehäusekanäle nach außen hin mit zunehmend längeren Abschnitten und zunehmend schneller. Das Fluid folgt den zurückweichenden Sog-Seiten und diese Strömung zieht vermehrt Fluid aus dem Einlass und den Gehäusekanälen nach, so dass dort eine geordnete Strömung zustande kommt. Nur im Bereich oben-mittig erfolgt also eine mechanische Beschleunigung mit entsprechendem Energie-Einsatz. Unten-außen jedoch wird dem Fluid nur noch eine zurückweichende Wand geboten, so dass der überwiegende Volumenanteil der Strömung ausschließlich aufgrund von Sog beschleunigt wird. Dort wird die normale molekulare Bewegung vektoriell etwas besser geordnet, vollkommen autonom und ohne Energie-Aufwand (weil es unten-außen keine Druckseiten mehr gibt).
Skeptiker werden die Funktionsfähigkeit dieser Maschine bezweifeln, beispielsweise ergäbe sich enorme Kavitation, wenn die Maschine mit Wasser betrieben würde - was zugleich deren Wirkung bestätigt. Diese Version könnte durchaus mit Flüssigkeiten betrieben werden (unter Druck gesetzt zur Vermeidung von Kavitation) und die kinetische Energie der generierten Strömung per separater Turbine genutzt werden (also analog obigem geschlossenem Kreislauf). Andererseits ist diese Version besonders geeignet als offenes System, beispielsweise als Pumpe obigen Fluggeräts. Das Gehäuse-Bauteil E wird weit nach außen geführt, so dass eine umlaufende Düse gebildet wird. Der Rotor weist nach außen hin nur diese spiraligen Vertiefungen auf, ist also einfach zu bauen und kann auch bei großem Durchmesser mit relativ hoher Drehzahl gefahren werden. Fachleute werden aus diesen Ansätzen höchst effektive Maschinen entwickeln können.
Unverständlich
Man muss erkennen, das diese Maschinen nichts zu tun haben mit der Überführung von einer Form von Energie in eine andere (wie praktisch alle gängigen Kraftmaschinen) und damit die zwingende Konstanz der Energie-Erhaltung überhaupt nicht tangiert ist (wie in heutiger Technik mit riesigen Verlusten). In diesen Maschinen werden lediglich die Vektoren normaler molekularer Bewegung etwas besser ´sortiert´. Unaufhörlich fliegen Moleküle in alle denkbaren Richtungen, also auch fortwährend gegen eine Wand. Wenn aber diese Wand zurück weicht, können einzelne Moleküle etwas weiter fliegen und kommen erst verspätet zurück. Damit können auch andere weiter in diese Richtung fliegen, immer diejenige die momentan ohnehin auf diesem Weg sind. Ohne Energie-Einsatz kommt damit Strömung auf - ohne dass sich am Energie-Gehalt insgesamt irgendetwas ändert.
Genauso streng wie das Gesetz der Energie-Konstanz - und eben nur in der Fluid-Technologie wirksam - ist die konstante Summe von statischem und kinetischem Druck. Die Relation beider Drücke ist variabel und sie kann leicht zugunsten erhöhten kinetischen Drucks organisiert werden, eben weil dem System insgesamt keine Energie zugeführt wird, sondern nur die Relation zwischen statisch-potentieller Druck-Energie und dynamisch-kinetischer Druck-Energie ein klein wenig verändert wird. Der kurzfristig auftretende Strömungsdruck kann geerntet werden an einer Turbine, bei kontinuierlichem Prozess in entsprechend wiederholter Weise. Wenn hinter der Turbine die Strömung abfällt und in die restliche Masse eingeht, ergeben sich wieder die alten Druckverhältnisse mit unveränderter Summe aller Drücke.
Diese Maschinen sind auch nicht an die ´Gesetze der Thermodynamik´ gebunden, weil darin keinerlei Wärmeumwandlung statt findet. Die Moleküle fliegen mit der ihrer Wärme entsprechenden Geschwindigkeit. Diese wird im System insgesamt weder beschleunigt noch verzögert, lediglich die Vektoren der Bewegungen werden sortiert. Wie oben gesagt wurde, ergeben sich aus der Kollision von Teilchen aus unterschiedlichsten Richtungen immer auch rein zufällig Vektoren in Richtung des Sogs und nur die Distanz auf diesem Weg wird geringfügig länger in einer geordneten Strömung - ohne dass dabei die Geschwindigkeit der Moleküle selbst verändert würde. Diese Systeme werden Abwärme erzeugen, z.B. werden Turbinenschaufeln durch vermehrtes Auftreffen von Teilchen warm. Aber die Grenzen thermodynamischer Prozesse spielen hinsichtlich des erzielten Nutzens in Form von Drehmoment überhaupt keine Rolle.
Schon in wenigen Jahren wird es jungen Leuten total unverständlich sein, warum man so viele ´beschwörende´ Worte über solche Selbstverständlichkeiten verlieren musste.